Psoriasis und Komorbidität

 

Treten bestimmte Krankheiten bei Psoriasis-Patienten gehäuft auf?

 

Falls ein Psoriasis-Patient gleichzeitig an anderen chronischen Krankheiten leidet, kann dies die Behandlung erschweren. Es ist hinreichend erforscht, dass Morbus Crohn bei Patienten mit Psoriasis viermal häufiger auftritt. Hierbei handelt es sich um eine chronische entzündliche Darmkrankheit, die vor allem bei jungen Menschen auftritt. Beide Erkrankungen werden gelegentlich mit den gleichen Medikamenten behandelt. TNF-Alpha-Hemmer wurden anfänglich nur bei Morbus Crohn verschrieben und werden jetzt auch bei schweren Formen der Schuppenflechte eingesetzt.

 

Was Stoffwechselerkrankungen betrifft, so ist die Diabetesrate bei Patienten mit Psoriasis erhöht (1) und Reizdarmerkrankungen (IBS) treten häufiger auf. Übergewicht kann die Schuppenflechte verschlimmern. Dydlipidämien sind bei Psoriasis-Patienten ebenfalls öfter anzutreffen. 

  

Psoriasis pustulosa (ein schwerer Schuppenflechtentyp) wird oft mit Störungen der Kalziumaufnahme (Hypokalzämie) in Verbindung gebracht. Ein Grund dafür ist, dass Patienten mit palmoplantarer Psoriasis häufig an Schilddrüsenerkrankungen leiden.

 

Welche psychologischen und neurologischen Probleme treten auf?

 

Patienten mit Psoriasis haben häufiger eine Depression als der Bevölkerungsdurchschnitt (2). Das Leben mit einem sichtbaren chronischen Leiden hat psychologische Auswirkungen, die oft zu einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Psoriasis hat offensichtlich ebenso große psychologische Auswirkungen wie lebensbedrohliche chronische Krankheiten. Außerdem spielt Stress für den Ausbruch und den weiteren Verlauf der Schuppenflechte offensichtlich eine Rolle. Patienten mit Psoriasis, die an einer neurodegenerativen Krankheit, z.B. Alzheimer leiden, haben oft den Eindruck, dass ihre Läsionen verschwinden.

 

Leiden Psoriasis-Patienten häufig auch an anderen Hautkrankheiten?

 

Psoriasis wird nur selten von einem Ekzem begleitet. Tatsächlich sieht es so aus, als ob sich beide Krankheiten weitgehend gegenseitig ausschließen. Dennoch klingt eine Schuppenflechte gelegentlich ab und wird dann durch ein Ekzem abgelöst, oder Patienten entwickeln eine ekzematöse Psoriasis, normalerweise durch Unverträglichkeit eines Medikaments. Außerdem sind ältere Menschen mit Psoriasis empfänglicher gegenüber Blasen bildenden Dermatosen (BSD). Dies hängt wahrscheinlich mit dem chronischen Entzündungszustand der Haut zusammen und dass diese durch wiederholtes Kratzen geschwächt ist. Dies führt dazu, dass der Körper die Immunzellen der Haut als Fremdkörper auffasst. Hautinfektionen (wie Mykose oder Warzen) treten bei Personen mit Schuppenflechte nur selten auf. Die beschleunigte Erneuerung der Epidermis schützt möglicherweise vor Hautinfektionen, da sich keine Bakterien in die Haut einnisten können.

 

Kommt es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten?

 

Falls sich die Psoriasis nach regelmäßiger Einnahme eines Medikaments verschlimmert (auch wenn die Einnahme schon seit einigen Jahren erfolgt), handelt es sich wahrscheinlich um eine Nebenwirkung. Blutdrucksenkende Medikamente (wie Betablocker, Kalziumkanalblocker und ACE-Hemmer) können einen Psoriasisschub auslösen. Lithium, wie es bei bipolaren Störungen (manischer Depression) verschrieben wird oder Interferon-Alpha als Mittel gegen Hepatitis C kommen ebenfalls als Auslöser in Frage. Auch bestimmte Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels werden für die Entstehung von Läsionen verantwortlich gemacht. Die Anfälligkeit ist hier individuell unterschiedlich, und derzeitig stehen keine diagnostischen Tests zur Verfügung, die voraussagen könnten, wie der Körper auf eine bestimmte Behandlung reagiert.

 

In Stichworten

  • Bestimmte Erkrankungen, z.B. Morbus Crohn, treten bei Personen mit Schuppenflechte häufiger auf als in der Gesamtbevölkerung. Sie haben auch eine stärkere Neigung zu Dyslipidämien (Störungen des Lipid- und Lipoprotein-Stoffwechsels) und IBS (Reizdarm).
  • Der chronische und sichtbare Charakter der Krankheit beeinflusst das Selbstwertgefühl und hat psychologische Auswirkungen.
  • Die beschleunigte Hauterneuerung, eine der Ursachen der Psoriasis, schützt Patienten offensichtlich vor infektiösen Hauterkrankungen wie Warzen und Mykose.
  • Bestimmte Medikamente können einen Psoriasisschub auslösen. Hierzu gehören Medikamente gegen Bluthochdruck wie Betablocker, Kalziumkanalblocker und ACE-Hemmer, außerdem Statine und Lithium.

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Referenzen:

1) Pearce et al., J Dermatolog Treat, 2005.

2) Bhosle, Health Qual Life Outcomes, 2006.

 


Wie äußert sich die Krankheit bei Kindern?

 

Gibt es besondere Dinge, die man beachten muss, wenn Kinder an Psoriasis leiden?

 

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